Gemeinschaftshof Pente Dialogprojekt Adolf-Reichwein-Gesellschaft

Glossar

Fundgrube oder "Kiste kalter Wörter"?
Erläuterungen zum Dialogverfahren anhand von Stichwörtern

Entdecken Sie hier was der Dialog ist, wie er „funktioniert“, gelernt und weitergegeben werden kann. Und, hoffentlich, bleiben noch etwas Neugier und die Lust auf Mehr zurück ... Denn der Dialog ist ein offener Prozess, wie auch dieses Glossar nur erste Umschreibungen sind. Wir freuen uns über Rückmeldungen, Ergänzungen, Korrekturen; vielleicht ergeben sich daraus ja fruchtbare Dialoge ...
 

Übrigens: „Kiste kalter Wörter“ stammt aus einem Gedicht des persischen Mystikers und Dichters Jalāl ad-Dīn Muhammad Rūmī (1207–1273), genannt "Rumi":
 

Grenz' mich ab und eng' mich ein, und du hungerst dich selber aus.
Nagle mich in eine Kiste kalter Wörter, und die Kiste wird dir zum Sarg.
Ich weiß nicht, wer ich bin.
Ich bin in erstaunlich klarer Verwirrung.
Ich bin kein Christ, ich bin kein Jude,
Ich bin kein Anhänger Zarathustras,
Ich bin nicht einmal Mohammedaner.
Ich gehöre nicht dem Land an, noch einer bekannten oder unbekannten See.
Weder kann die Natur Anspruch auf mich erheben, noch der Himmel,
Noch Indien, China, Bulgarien,
Mein Geburtsort ist die Ortslosigkeit,
Mein Zeichen ist, weder Zeichen zu haben, noch zu geben.
Du sagst, du siehst meinen Mund, meine Ohren, Augen, meine Nase -- Sie gehören mir nicht.
Ich bin das Leben des Lebens.
Ich bin die Katze dort, der Stein hier, nicht eins.
Ich habe die Zweiheit weggeworfen wie einen alten Spüllappen.
Ich sehe und kenne alle Zeiten und Welten
Als eins, eins immer eins.
Was also muss ich tun, damit du zugibst, wer spricht?
Gib`s zu und verändere alles!
Dies ist deine Stimme, die an Wänden Gottes widerhallt.

Deutsch von Helga Pfetsch.