Einführung in die Kunst des Dialogs
Es geht beim Dialog vorrangig nicht um eine "Verbesserung der zwischenmenschlichen Kommunikation oder um das Erzielen eines bestimmten Ergebnisses“, sondern um eine „unmittelbare Wahrung gegebener Kommunikationswiderstände“ und das „Entstehen eines gemeinsamen Bewusstseins“.
David Bohm: [Why Dialogue?]. Excerpted from David Bohm On Dialogue (transcribed and edited by Phildea Fleming and James Brodsky from a meeting with David Bohm.1990. [NEU]
David Bohm erkundet zusammen mit Studenten in Frage und Antwort die Bedeutung des Begriffs "meaning" (Bedeutung, Sinn) und ordnet ihm die Begriffe »significance« (Bedeutung), »value« (Wert) und »purpose« (Absicht; Zweck) zu, wobei er diese Wörter auch etymologisch ableitet.
David Bohm 1917–1992. An Interview. By F. David Peat and John Briggs. In: Omni, Jan. 1987.
In diesem persönlich gefärbten Beitrag geht die Autorin - Schriftstellerin, Filmschaffende und, wie sie sich selbst bezeichnet, "Gelegenheits"-Facilitator - von ihrer zufälligen Begegnung mit Saral Bohm aus, die ihr unter anderem von Bohms erster Begegnung mit Jiddu Krishnamurti erzählte. Auch eine weitere persönliche Begegnung, die mit Don Factor, Mitautor der Schrift "Dialogue A Proposal" (Bohm, Factor & Garrett, 1991) vermittelt Eindrücke von wissenschaftlichen, bewusstseins- und dialogbezogenen Erkenntnissen.
Das erste Kapitel der Biografie Bohms.
Biografischer Abriss mit Schwergewicht auf Bohms wissenschaftlicher Entwicklung, aber auch zahlreichen weiter führenden Links zum Dialog.
Dargestellt werden die Etappen von Bohms Exil, die ihn zunächst nach Brasilien, sodann nach Israel führten, bis er schließlich in England seine zweite Heimat fand. Wie sich das Exil, zu dem Bohm unter der »Antikommunismus-Hysterie« McCarthys gezwungen wurde, auf sein wissenschaftliches Werk und dessen Rezeption auswirkte, steht im Mittelpunkt des Aufsatzes.
Ausgezeichneter Artikel zum Leben und Werk von David Bohm.
Erfahrungsberichte zum Dialog in "freien" Dialoggruppen
Consoletti, Nick: A Reflection on Participation in a Dialogue Group in Eugene, Oregon: Based on “A Proposal” by David Bohm and Colleagues. The Union Institute 1999, 265 Seiten. [NEU]
In dieser Dissertation werden Theorie und Praxis des „Bohmian Dialogue“ untersucht; die Praxis anhand Dialogen, die zunächst zweimal monatlich je 2 Stunden von 1994 bis 1999 mit anfänglich 25, später 10 – 15 Teilnehmern im „Eugene Water and Electric Board“ und später an anderen Orten in Oregon/USA stattfanden. Die ersten 20 Seiten (Glossar, Inhaltsverzeichnis, Einleitung) können kostenlos als Bilddateien heruntergeladen werden, die Bereitstellung der gesamten Arbeit als PDF-Datei kostet 34 US$ (siehe den oben angegebenen Link).
Consoletti, Nick: Contextual Essay. Contextual Essay. A Reflection on Participating in a Dialogue Group in Eugene, Oregon. Based on "A Proposal by David Bohm and Colleagues" Project Demonstrating Excellence submitted to the Union Institute in partial fulfillment of the requirements for the degree of Doctor of Philosophy in Philosophy of Whole Systems Nick Consoletti September 20, 1998. Ca. 124 Seiten. [NEU - 16.10.2008]
Die Arbeit enthält neben Begriffsklärungen zum Dialog Kurzcharakterisierungen sämtlicher Dialogtreffen im Rahmen des Eugene Dialogue, Transkripte und Interviews mit den Teilnehmenden.
nitiiert von Nick Consoletti traf sich zwischen 1994 und 1999 eine Dialoggruppe, um den Bohm-Dialogue zu pflegen. Die Site der erziehungswissenschaftlichen Abteilung der Universität Oregon portraitiert kurz David Bohm und den Bohm-Dialog, stellt den Artikel von Bohm „For Truth Try Dialogue“ zum Herunterladen bereit, gibt Hinweise zur Geschichte des Eugene Bohm Dialogue (Eugene ist eine Stadt in Oregon/USA), gibt Eindrücke einiger Gruppenmitglieder wieder sowie Stellungnahmen zum Dialogprozess. Das letzte Treffen der Gruppe fand offensichtlich 2001 statt; die Site wurde seitdem nicht mehr aktualisiert. Umfangreiche Linkliste (einige Links sind nicht mehr aktiv).
McInley, Jackie: Experiencing Dialogue, Link Magazine 28, Aug. 2008, 3 Seiten. [NEU]
Peuker, Sigrid: Erfahrungsbericht nach sieben Jahren Dialoggruppe. September 2008, 3 Seiten. [NEU]
Die Gruppe mit Teilnehmenden zwischen 20 und 70 Jahren trifft sich einnmal monatlich . Anfänglich standen thematische Dialoge im Vordergrund, später wurden generative Dialoge gepflegt. "Eine meiner großartigsten Erfahrungen im Dialog war es, als Dialogbegleiterin Stillephasen nicht nur auszuhalten, sondern sie zu genießen."
Weitere grundlegende Beiträge
Auf 31 Power-Point-Folien wird neben einer Selbstvorstellung (Profi-Ler-Institut für professionelle Entwicklung Neuenstein) anhand von Zitaten und Graphiken ein kurzer Überblick über das Dialogverfahren nach David Bohm gegeben.
Burow, Olaf-Axel, Heinz Hinz & Jörg Lechner: Dialoggruppen. Aus: Burow O.A. (2000). Ich bin gut – wir sind besser. Erfolgsmodelle kreativer Gruppen. Stuttgart: Klett-Cotta. [NEU, 8.06.2010]
Überblick über das Dialogverfahren nach Bohm. Eingegangen wird unter anderem auf die Fragen "Was hindert uns am Dialog?" und "Was ist das Ziel des Dialogprozesses?" sowie auf "Kernelemente des Dialogs nach Bohm" und die Dialoggruppe als "kreatives Feld".
Garrett, Peter: Dialogue and the Transformation of Memory. Dialogos, Inc. and Centre for Action Research in Professional Practice, University of Bath, Bath, UK.
Peter Garrett skizziert den Weg des Dialogs von den frühen 80er Jahren, zusammen mit David Bohm, bis in die 90er Jahre, in denen der Dialog zunehmend in Organisationen eingesetzt wurde.
Der durch praktische Übungen angereicherte Vortrag geht von biografischen Angaben zu David Bohm aus und identifiziert mit Wahrnehmen (Verlangsamen, Hinhören, Hinschauen, Hinspüren), Zuhören (sich selbst, dem anderen, dem »Gruppenganzen«) und Sprechen (erkundend, von Herzen) die wesentlichen Charakteristika eines gelingenden Dialogs. [Die Site enthält auch weitere Artikel über David Bohm, den Dialog sowie Rezensionen.]
Geiser, Christiane: Focusing und der Bohmsche Dialog.
Die Autorin, klientenzentrierte Gesprächspsychotherapeutin und Ausbilderin, stellt die beiden Verfahren einander gegenüber und kommt zu der Schlussfolgerung, dass eine Verschränkung dieser Verfahren "hohe gesellschaftspolitische Relevanz" bekommen könnte.
Peter M. Jancsary und Falko E. P. Wilms: Was Dialog sein kann. Trainer-Kontakt-Brief 1.08. Nr. 68. (NEU 8.06.2010)
Die Autoren, Hochschullehrer an der Fachhochschule Vorarlberg / Österreich fokussieren stellen in diesem kurzen Artikel den Bohm/Isaac'schen und den Sokratischen Dialog gegenüber; dabei gehen sie auch auf den Bohm/Buber-Dialog nach Hartkemeyer ein. Ihr Fazit: "Versteht man den Dialog von Sokrates her als einen örtlich/zeitlich geschützten Raum des Aufspürens der eigenen inneren Haltung zu den Dingen des (betrieblichen) Alltags, dann wird jeder Beteiligte als gleichermaßen Verantwortlicher einer gemeinsamen Wirklichkeit angesehen, die jetzt und hier gestaltet wird.
Mandl, Christoph: Dialogos oder eine Collage über das Team-Lernen. In: Organisationsentwicklung 4/96, Seite 32–45.
Michaelis, Renate: Entwicklung einer Dialogkultur. Vortrag, TransKigs-Tagung, Ludwigsfelde, 1.12.2006, 9 Seiten. [NEU]
Peuker, Sigrid: Der Dialog nach Bohm - Kurzanleitung, Erfahrungsbericht und Glossar. September 2008. [NEU]
Aus dem Inhalt: Ablauf eines Dialogs - Dialogtheorie und -praxis - Wo kann Dialog eingesetzt werden? - Vier Haltungen nach William Isaacs - Zehn Kernfähigkeiten nach J. F. und M. Hartkemeyer und Freeman Dhority.
In dieser Vorlesung werden Merkmale und Formen des Spiels charakterisiert. An der Beschreibung dessen, was Spiel ist, fällt auf, dass manche Ähnlichkeiten zum Dialog bestehen, wie zum Beispiel die Umschreibung als „offene Kommunikationsform“ und die Freiwilligkeit der Teilnahme, die „Ungewissheit des Ausgangs“, das Stattfinden in einem „abgegrenzten Raum“, die Regeln sowie ferner die Beschreibung des Spiels als „Handlungsraum“, in dem „autotelisches“ Tun (Tätigkeit um ihrer selbst willen, ohne äußere Motivation) und das Erreichen eines Flow-Zustandes (Aufgehen in der gerade ausgeübten Tätigkeit, Selbstvergessenheit) möglich werden.
Widmer, Samuel: David Bohm, eine andere Beschreibung des gemeinschaftsbildenden Prozesses. [NEU 8.06.2010]
Der Autor betrachtet seinen Artikel als "Zusammenfassung eines Buches über Gemeinschaftsbildung". Bei dem Buch, das er aus diesem Blickwinkel zusammenfasst, handelt es sich um Bohms Buch: Der Dialog. Das offene Gespräch am Ende der Diskussionen, das Bohms wichtigste Beiträge zum Dialog enthält. Dabei geht Widmer von Ähnlichkeiten von Bohms Gedanken mit denen zur Gemeinschaftsbildung von Scott Peck aus.
Writing on Dialogue. 1994-1999. [NEU]
Teilnehmende am "Eugene Bohm Dialogue" berichten in zum Teil ausführlichen Berichten über ihre Erfahrungen.
